Rendite und Risiko
Bei der Bewertung der Beziehung zwischen Rendite und Risiko bietet häufig nur das Rendite-Risiko-Kalkül, wonach das Erzielen höherer Renditen nur unter Inkaufnahme höherer Risiken möglich ist, als abstrakte Globalaussage mit Leerformelcharakter Zuflucht.
Die Komponente Rendite ist in der Regel klar definiert als eine Relation zwischen Gewinn und einem Kapital- bzw. einem Anlageteilbestand. Zur Komponente Risiko, worin es gesehen wird und wie es gemessen wird, ist jedoch meist kaum etwas zu erfahren.
Rendite wird in Prozent gemessen, Risiko, wenn überhaupt, mit statistischen Maßzahlen, deren Inhalt und Eignung man zu kennen glaubt. Zwischen den einzelnen z.T. völlig unterschiedlichen Dimensionen des Phänomens Risiko wird kaum unterschieden. Inwieweit bestimmte Maßgrößen zur Risikomessung geeignet sind, wird nicht in Frage gestellt. Gleichwohl erfolgen mathematisch anspruchsvolle Modellierungen, häufig jedoch ohne die Annahmen und Voraussetzungen der Modellrechnungen zu nennen und zu prüfen. Fehleinschätzungen über die Beherrschbarkeit des Risikos und die Sachgerechtigkeit von Entscheidungen sind die Folge.
Sich über das zu Messende, das Gemessene und das nicht Gemessene bzw. nicht Betrachtete klar zu werden und im Anschluß daran etwaige Bewertungs- und Handlungsregeln zu erarbeiten dürfte die vielleicht anspruchsvollste intellektuelle Aufgabe der nächsten Jahre sein. Modellgläubigkeit ist fehl am Platze.
