Versicherungstechnik und Kapitalanlagegeschäft
Die Erstellung von Versicherungsschutz ist eine ökonomische Koppelproduktion – selbst bei nicht integriertem Sparprozess wie in der Lebens- und Krankenversicherung – durch den Zeitraumbezug des Produktes.
Mit den aus der Versicherungstechnik erwachsenden Risiken sind die Versicherungsunternehmen gut vertraut und in der Handhabung dieser Risiken über Jahrzehnte hinweg geübt und erfolgreich. Existenzielle Schieflagen aufgrund eines mangelnden Erkennens, Bewertens oder Handhabens der Erscheinungsformen des sog. versicherungstechnischen Risikos sind ausgeblieben.
Im Kapitalanlageteil des Versicherungsgeschäftes sind die Verhältnisse deutlich andere. Die letzten Jahre haben gezeigt, dass die diesem Bereich innewohnenden Risiken weit weniger bekannt oder offenkundig, bewertbar und damit handhabbar sind wie in der Versicherungstechnik. Schwerste Beeinträchtigungen der Unternehmensentwicklung waren teilweise die Folge. Soll dies für die Zukunft vermieden werden, ist eine intensivere und in den Unternehmen deutlich breiter angelegte Beschäftigung mit dem Kapitalanlagegeschäft vonnöten. Zuviel Vertrauen auf vermeintliches Expertenwissen oder mathematische Modellierungen sollte dabei nicht an den Tag gelegt werden, denn mit dem Unvorhersehbaren ist schwer rechnen. Vor allem gilt es klar zu bestimmen, worin das Risiko überhaupt gesehen wird und wie es denn, vielleicht auch nur in Komponenten oder Teildimensionen, gemessen werden kann.
In die Fastkatastophe geführt hat in der jüngeren Vergangenheit jeweils das für unvorstellbar Gehaltene oder gar explizit Ausgeschlossene im Kapitalanlagegeschäft.
