Managementsprache
Das Unverständnis und die mangelnde Akzeptanz, der sich Vertreter des Top-Managements und „der Wirtschaft“ in zunehmendem Maße gegenübersehen, ist in erheblichem Maße der Sprache zuzuschreiben, die sie bei ihren Ausführungen benutzen. Diese Sprache rückt immer mehr ab von der eigentlich von ihr zu erfüllenden Funktion. Sie erklärt nicht mehr, informiert und differenziert nicht, macht Zusammenhänge nicht mehr deutlich und erläutert weder Unterschiede noch Notwendigkeiten. Vielmehr finden sich bei allenfalls melodisch anspruchsvoller Wortwahl wohlklingende Formulierungen, denen zu widersprechen niemand wagt.
Alles klingt unmittelbar einsichtig und von tiefer, grundlegender Weisheit. Wer wollte schon gegen ertragreiches Wachstum, Steigerung der Kosteneffizienz, Erhöhung der Innovationspotenziale, Optimierung der Rendite/Risikoprofile sein und nicht die risikoadjustierte Performance bei der Asset-Allocation finetunen, um am Ende des Tages die zielführenden Herausforderungen nachhaltig bewältigt zu haben?
Hier gilt es wohl sich zurück zu besinnen: Eine Aussage verstehen heißt, wissen was gemeint ist. Redner oder Schreiber sollten dies berücksichtigen, Zuhörern und Lesern sollte die Chance zum Verstehen gegeben werden.
Auch ist nicht die Formulierung eines Zieles oder das Aufstellen einer Forderung das Problem, sondern die inhaltliche Präzisierung und das Erarbeiten und Durchführen der entsprechenden Maßnahmen. Letzteres kommt bei den häufig zu findenden Auflistungen der üblichen Gängigkeiten meist zu kurz oder wird der Fiktion des „Alles ist machbar“ geopfert.
